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DAS SIEGESDENKMAL (MONUMENTO ALLA VITTORIA)

[veröffentlicht im skolast 1992, Nr.2, ab Seite 21]

Zwischen der "alten und der "neuen" Stadt Bozen,die durch die Talferbrücke verbunden wird, steht ein Denkmal,von dem viele nicht wissen,was eigentlich seine Bedeutung ausmacht.

           Viele von der deutschsprachigen Bevölkerung sehen in ihm ein Symbol der Italienisierung,der Unterdrückung durch den italienischen Faschismus, andere ein Zeitdokument des Faschismus. Ähnlich gespalten ist die italienischsprachige Bevölkerung:   teils   dasselbe,teils ein Symbol der Daseinsberechtigung. Manche der vorbeischlenkernden Touristen glauben,ein guterhaltenes Stück aus der römischen Antike vorzufinden, wobei diese Assoziation bei der Errichtung sicherlich nicht unbeabsichtigt war. Viele von der restlichen Bevölkerung ignorieren dieses Bauwerk, was jetzt schwieriger ist, seit es die Staatspolizei durch Stahlzaun und ständige Bewachung rund um die Uhr schützt. [1]

      Eingeweiht wurde das Bauwerk am 12.Juli 1928 nach einer 2-jährigen Bauzeit. Die erste Skizze stammt von Mussolini selbst [2] , doch als Architekt   wurde Marcello Piacentini [3] beauftragt,der Mussolini am 23.April 1926 versicherte,alle seine Kräfte dafür einzusetzen,ein wirklich faschistisches Monument zu schaffen: "..la mia alta ambizione é di creare il vero Monumento fascista...". Marcello Piacentini (1881-1960),   der Stararchitekt des italienischen   Faschismus, prägte als Stilrichtung der damaligen Architektur den sog. piacentinischen Monumentalismus [4] , der sich zum Ziel setzte, das imperiale Rom zu erneuern bzw. wiederzuerwecken.   

  "Diese Baukunst mit ihrer klassisch-zeitlosen Rhethorik und ihren großen Dimensionen stand in der Tradition der römisch-imperialen Antike, als deren Erbe und Vollstrecker sich der Faschismus verstand..." .  [5]

   Dem gegenüber stand der italienische Rationalismus als die italienische Variante der "Moderne" in der Architektur. Historisierende Architektur und übertriebenes Ornament wurden abgelehnt, geometrische Formen bevorzugt. Der Rationalismus konnte sich nicht durchsetzen, seine Formensprache stieß in der Bevölkerung auf Unverständnis und erwies sich deshalb als propagandistisch wirkungslos. [6]

   Die Kommission, die den Bau in Auftrag gegeben hatte, bestand   aus dem Unterrichtsminister Fedele, dem Generaldirektor der "Belle Arti", Colasanti, dem Präfekten der Venezia Tridentina,Guadagnini, dem Senator Tolomei, dem Sekretär des P.N.F. (partito nazionale fascista), Stefanelli und dem Kommisär von Bozen, Steffanini. Diese waren alle mit der Problematik der öffentlichen Ruhe und Sicherheit verbunden, was zeigt, daß ein innenpolitisches Interesse hinter dem Bau stand. [7]

     Zudem sollte das Denkmal kundtun,daß Mussolini an der Brennergrenze festhalte [8] ,die durch den Friedensvertrag von St.Germain 1919 entstanden ist, wonach Südtirol von österreichischen   in italienischen Besitz überging. Südtirol war den italienischen Faschisten ein willkommenes Experimentierfeld zur Erlangung von Macht. Brutale Methoden wurden durch Nationalismus kaschiert, ohne daß die italienische Öffentlichkeit protestierte.

Am 24.4.1921 schossen Schwarzhemden auf Teilnehmer einer folkloristischen Veranstaltung auf dem Obstplatz in Bozen - 1Toter, 48 Verletzte. Mussolini übernahm persönlich die Verantwortung für diese von A.Starace   geleitete Aktion .

  Der Südtiroler Abgeordnete und Großgrundbesitzter Graf Toggenburg meinte in einem Interview mit dem "Corriere della sera " vom 11.5.1921 u.a.: "...se fossi italiano, probabilmente sarei fascista!" , was zeigt, daß das Südtiroler Bürgertum die faschistische Bewegung auch als politischen und sozialen Stabilisierungsfaktor einschätzte. [9]

      Am 2.10.1922 besetzten Gruppen von Faschisten die Volksschule "Kaiserin Elisabeth" in Bozen und benannten sie um, besetzten dann das Rathaus und erklärten den Bürgermeister Perathoner für abgesetzt. Dasselbe machten sie am nächsten Tag in Meran. [10]

             Erst beinahe einen Monat später, am 28.10.1922, probierten ca.30.000 schlecht ausgerüstete Schwarzhemden den legendären "Marsch auf Rom", der als Machtergreifung   deklariert wurde. [11]

       Am 12.3.1923 wurde der Vorschlag Tolomeis, die Assimilierung und die Italienisierung der vorwiegend deutschsprachigen Bevölkerung einzuleiten, von der faschistischen Regierung gutgeheißen. Maßnahmen dafür umfaßten die massive Einwanderung von Arbeitern aus dem restlichen Staatsgebiet bis zum Verbot des deutschsprachigen Unterrichts, deutschsprachiger Veranstaltungen, Vereine und Presse. Auch wurden   Denkmäler versetzt,   Vor-und Nachnamen italienisiert. [12]

     Der Nationalismus war den Faschisten auch deshalb ein willkommener Mythos, damit die Bevölkerung Italiens bestimmte Gesetze vergesse, die für eine faschistische Machtausübung hinderlich gewesen wären:

die Möglichkeit der Entlassung der staatlichen Angestellten aus politischen Gründen,der Einfluß der Regierung auf die Gerichtsbarkeit, das Pressegesetz. [13]

    Letzten Endes brauchte es auch einen Mythos, der die sozialen Schichten verband, so die Industriellen und Banken mit den Arbeitern , die Ausbeutenden mit den Ausgebeuteten.

           In diesem Klima traf sich am 17.3.1926   die obengenannte Kommission, die von Mussolini eingesetzt wurde, um das Projekt für das Siegesdenkmal auszusuchen. Die Grundidee war, es Cesare Battisti [14] und allen anderen "Märtyrern" zu widmen, die "col loro sangue e col loro sacrificio hanno scritto per l´Alto Adige la parola definitiva della nostra storia" [15] .

       Als Standort wurde einer der übersichtlichsten Punkte Bozens ausgesucht [16] , vor der Talferbrücke, wo das halbfertige Denkmal für die gefallenen Kaiserjäger abgebrochen wurde [17] . Wieder einmal wurde der ideologisch-nationalistische Kampf mit Denkmälern ausgetragen [18] .

       

              Die Arbeiten begannen im Spätsommer 1926 mit der Weisung Mussolinis, schnell zu arbeiten, damit das Ausland nicht über das langsame Arbeitstempo spotten könne. Im Dezember 1927 stand das Denkmal laut Piacentini kurz vor der Beendigung [19] , und Minister Fedele diktierte die Inschrift: "Hic patriae fines. Siste signa. Hinc ceteros excoluimus lingua legibus artibus." [20]   ( "Hier stelle Feldzeichen als Grenzhinweise des Vaterlandes auf. Von hier aus haben wir die übrigen gebildet mit Sprache, Gesetzen und Künsten."). Der erste Entwurf sah statt "ceteros" sogar "barbaros" vor [21].

       Gedacht ist das Siegesdenkmal als offener Tempel, in Form eines großen Triumphbogens mit Säulen aus Rutenbündeln ( "littorische Säulenordnung" ), wo das Kapitell durch eine Axt ersetzt ist. Die Säulen werden durch die "fasci", die Bänder, in drei Teile geteilt im Verhältnis 1:2:1, wobei die Anzahl der Ruten genau 12 beträgt. Piacentini war dies so wichtig, weil eine größere Anzahl beinahe das Bild einer kannelierten Säule ergeben hätte, eine kleinere Anzahl aber das einer ägyptischen Lotussäule. [22]

Das Fries trägt oberhalb der Inschrift eine weibliche Gestalt,die einen Pfeil nach Norden abschießt ( Bildhauer: Arturo Dazzi ).

Der ganze Block ruht auf einem Sockel mit überdimensionalen Stufen, die einem das "Erklimmen" schwer machen. Dadurch, daß das Denkmal nur optisch wahrgenommen werden kann, aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes "begreifbar" wird, bleibt sowohl der malerische Effekt [23] als auch der mystische erhalten,weil eine intensivere Auseinandersetztung erschwert wird. [24]  Ein Hindurchschreiten wie bei anderen Triumphbögen ist hier nicht möglich.

  Eine solche akritische, mystische, passive Haltung ist bezeichnend und notwendig für den Faschismus, weil sein Erfolg speziell darin besteht, daß Zusammenhänge und Ursachen verschleiert werden. [25]  Die Ambiguität, die Aufdringlichkeit und die Maßstablosigkeit im städtischen Gefüge beängstigen und stoßen ab, sind " unheimlich ", während die Gewöhnung im Stadtbild das Denkmal "heimlich" machen. [26]

         Im Zentrum steht ein Altar mit dem auferstehenden Christus, dahinter die Büste von Cesare Battisti ( Bildhauer: Wildt ), vielleicht das hervorstechenste der vielen ambiguen und mystifizierenden Elemente am Siegesdenkmal. [27]  Cesare Battisti war nicht nur Trentiner Irridentist, sondern besonders ein Sozialist der ersten Reihe (siehe auch Anm. 9), der den Südtirolern stets freundlich gesonnen war- ganz in der Tradition der Italienischen Linken, bei denen die damals führenden Südtiroler Politiker aus ideologischen Gründen nie die Unterstützung im Kampf für die Selbstbestimmung gesucht haben, obwohl sie sie bekommen hätten. [28]

           Es war einer der großen mystifizierenden Widersprüche, einem solchen Mann ( ohne sein politisches Programm ) das Siegesdenkmal zu widmen, der nichts von faschistischer Gewalt hielt, wie seine Witwe und seine Tochter oft bezeugten [29], sodaß seine politische Aussage ins Gegenteil verkehrt wurde.

          "...Jedesmal wenn die Toten zu den Lebenden zurückgeholt werden, tendiert man zu einer animistischen Weltanschauung,wo man glaubt, daß die Welt von den Geistern der Verstorbenen belebt sei,...daß die Allmacht des Gedankens und die magischen Techniken entscheidend seien..,um Hindernisse aus der Realität zu überwinden." [30]

  Diese irrationale Weltauffassung diente vor allem in den ersten Jahren der Zwischenkriegszeit politischen Zielen. So wurden an den neuen Grenzen, am Reschenpaß, bei Gossensaß und bei Innichen Kriegsfriedhöfe angelegt, um ein Zeugnis der Italienität Südtirols vorzuweisen. [31]

   Demselben Geist entsprechend wurde am 4.November am Siegesdenkmal der Unbekannte Soldat beigesetzt, Symbol für die 600.000 im 1.Weltkrieg gefallenen Soldaten.

                 Die immer wieder auftauchende Zweideutigkeit entspricht auch der vieldiskutierten Unsicherheit der Ideologie des Faschismus, angefangen bei Mussolini, der 1912 noch überzeugter Sozialist war [32], über das Verhältnis Mussolini-Hitler [33], bis zum Konkordat zwischen Mussolini und dem Papst 1926.

            Ein anderes Beispiel der Zweideutigkeit bringt die Analyse der vier Fassaden.

Die wichtigste Seite, weil sie sich der Umgebung am meisten öffnet, die Ostseite, ist dem Sieg gewidmet, wobei die weibliche Gestalt mit der Aufschrift (siehe oben) die Niederwerfung dieser Provinz symbolisiert, während die Rolle des auferstehenden Christus nicht so eindeutig interpretiert werden kann. Vielleicht sollen die gefallenen Soldaten für irgendwelche Zwecke wieder auferstehen.

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Auf dem runden Platz davor stand das nicht fertiggestellte Denkmal für die im 1.Weltkrieg gefallenen Kaiserjäger, ein auch sehr monumentales, protziges, gegen Italien gerichtetes Denkmal. Die Faschisten rissen es ab und errichteten über dessen Fundamenten den runden Platz.

Das Siegesdenkmal wurde dahinter aufgebaut, sodaß jeder, der aus irgendwelchen Gründen davor umhergeht, die Trümmer des Kaiserjäger-Denkmals mit Füßen tritt, seien es Militärs, die Paraden davor abhalten, Politiker, die Kränze niederlegen, einfache Bürger, die zu Weihnachten dort einen Christbaum erstehen oder auch Touristen, die staunend (oder auch nicht) diese Ansammlung aus Symbolen betrachten.

Die Nordseite, die dem König Vittorio Emanuele III gewidmet ist, liegt im Schatten. Der König konnte sich aber damit hinwegtrösten, daß an dieser Seite die Hauptverkehrsstraße liegt, die die Altstadt mit Gries verbindet.

 

 

Die Benito Mussolini gewidmete Seite hingegen liegt im Licht, gegen Süden. Sie trug die Aufschrift, die ungefähr so lautete: "Benito Mussolini, il Duce d´Italia". Diese wurde am 8.9.´43

entfernt, als die Partisanen Mussolini absetzen konnten.1949, als das Denkmal saniert wurde,wurde diese Aufschrift nicht mehr angebracht.

Ein ähnliches Lichtspiel betont auch die unterschiedliche Wichtigkeit der Büsten: Battisti liegt im Inneren nordseitig, also im Licht - Chiesa und Filzi (auch Trentiner Irridentisten, die von der österreichischen Monarchie gehängt worden sind) liegen südseitig, also im Schatten.

 

 

 

 

 

Die Westseite, wie die Liebhaber des Siegesdenkmals stets betonen, ist den Gefallenen gewidmet, die "mit ihren Waffen und ihrem Blut für diese ihre Heimat gekämpft haben" und "allen Italienern, (die) Geld gesammelt haben" :     "In honorem et memoriam fortissimorum virorum ovi iustis armis strenue pugnantes hanc patriam sanguine suo paraverunt. Itali omnes aeres collaverunt."

 

 

Auch der Altar zeigt auf dieser Seite ein Relief, das den Soldaten gewidmet ist: einer wirft eine Granate und wird dabei von einer Engelsfrau getragen, der andere stirbt gerade unter der Obhut einer weiteren Engelsfrau - was er in der rechten Hand hält, ist nicht so klar, es kann ein in den Leib gestoßenes Schwert sein, vielleicht auch nur ein Kreuz.

Die kreisrunden Reliefs stellen das Heer dar, zu Wasser, zu Land und in der Luft.

Auf dieser Seite führt auch eine Tür unter das Denkmal, in die Krypta, wo die Reliquien "aufgebahrt" sind: der "heilige Sand" und das "heilige Wasser" des Piave.

Das Gelände davor ist wie eine Grabstätte gestaltet: mit Bäumen, kreuzförmigen Wegen und einer Säule, die dem Sieg und den Gefallenen in Abessinien gewidmet ist.

 

 

 

 

Das Siegesdenkmal verwendet in mehrfacher Hinsicht eine Altar-Symbolik.

Der Altar in der Bibelgeschichte, wo Abraham Isaak opfern wollte, war ein im Schnitt trapez-förmiger Steinhaufen auf einem Hügel. Das Opfer sollte darauf verbrannt werden und in Form von Rauch in den Himmel aufsteigen (siehe Skizze).

Das Siegesdenkmal steht auch auf einem Hügel, einem "heiligen Berg" mit einer Seele,der Krypta; die Stufen bilden den Altar, wobei das Siegesdenkmal mit all den Soldaten, denen es gewidmet ist, das Opfer darstellt.-Eigentlich sehr unmoralisch, daß Menschen für ein Ziel geopfert werden sollen.

Die Soldaten auf dem Altar auf der Rückseite sind hier die eigentlichen Opfer: zuerst wurden sie für einen Krieg geopfert, nach ihrem Tod für die Rechtfertigung eines unterdrückenden Systems.

Der Quader auf dem Altar entspricht einem Sarkophag, der von Sargträgern getragen wird.Der Sieg, erreicht durch das Bündnis Duce/König, soll wahrscheinlich gegen Himmel gehoben werden.

Interessant ist, daß   die Neofaschisten für ihr Parteisymbol auch den Altar mit der Flamme verwenden. Wer hier der Altar ist, ist klar- aber wer ist das Opfer?

                 Es noch weitere mystifizierende Elemente:   "Säule- nicht wegzudenkendes Symbol" [34], im Innneren : das Schwert, die Fackel, den Kelch, den Palmzweig, den Helm und den in vielen Städten als "Reliquien" aufbewahrten "Sand der heiligen Flüsse" . "Wer das Symbol unterdrückt, zerstört das Denkmal", und wer das tun wollte, müßte vorher    mit den Katholiken abrechnen, mit den Nationalisten, den Sozialisten und den "belle arti" [35].

           

        Das Siegesdenkmal war der Anfang der massiven Bautätigkeit, durch die die Stadt binnen kurzer Zeit nach Plan der Faschisten 100.000 Einwohner beherbergen sollte. Das städtebauliche Konzept, das letzten Endes auch von Piacentini stammt, nahm als Ausgangspunkt das Siegesdenkmal und gruppierte alle anderen Stadtteile drumherum. Durch die Zusammenlegung der Gemeinden Gries und Bozen 1925 eröffneten sich neue städtebauliche Möglichkeiten, die ganz dem faschistischen Stil entsprechend ausgeschöpft wurden: die sozialen Schichten wurden getrennt, um Kontakte und Kommunikation zu hemmen, die die "Einheit" der Bevölkerung zerstört hätten, da sie ja vorwiegend auf Mythen und Nationalismus aufgebaut war.

      So wurde im Süden Bozens die Industriezone errichtet, nicht weit davon das Wohngebiet St.Quirein und die "Semirurali"-Zone ( halbländliche Zone ) - das Wohngebiet der einfachen Arbeiter.

   Da weder Südtiroler noch Italienisch sprechende Trentiner in der Industriezone als Bedienstete aufgenommen werden konnten , war es notwendig, Arbeitskräfte aus den anderen Provinzen Italiens zu holen,   vorwiegend aus den Provinzen Venetiens [36] . Diese Tatsache zeigt noch einmal deutlich, daß es dem Faschismus in erster Linie nicht darum ging, Südtirol zu italienisieren, sondern Südtirol für die Errrichtung und Festigung seiner Macht dringend benötigte, wobei die Italienisierung ein Mittel war, nicht aber das Ziel. [37]

    Zwischen diesen Zonen und dem Siegesdenkmal wurden Häuser für das Bürgertum gebaut.   Um das Siegesdenkmal herum entstanden Verwaltungs-und Beamtenbauten, so auch das von Piacentini geplante Armeekorps ( 1933 ).

   In der Cadornastraße oberhalb des Siegesdenkmals wurden   Oberschulen errichtet, daran anschließend bis zur Fagenstraße am Fuß des Guntschnaberges die Villen und Paläste der höheren Beamten. [38]

      Seit 1957 scheinen in der Presse immer wieder Artikel und Leserbriefe auf, die die Ambiguität des Siegesdenkmals unter Beweis stellen. Was das Siegesdenkmal nun wirklich sei, darüber herrschen in der Bevölkerung verschiedene bzw. keine Standpunke [39].

In der Wirkung hat das Siegesdenkmal sein Ziel offensichtlich nicht verfehlt, nämlich die Bevölkerung zu spalten und gegenseitiges Verständnis zu erschweren.      

Bernhard Oberrauch, Dezember 1989

 

Quellen:

 [1]  Film: Una cittá per un monumento, von Concino de Concini, Regie:Alessandra Zendron;   siehe auch Fotos und Zeitungsausschnitte ( Anhang )

 [2]  Pagliaro Paolo, Il monumento alla vittoria.Bolzano, "I quaderni del   Matteotti 3"      S.16

[3] Allgemeines Lexikon d.Bildenden Künstler, Hrsg. Hans Vollmer, Seemann Verlag, Leipzig ( siehe Anhang ); Enciclopedia   Europa, Garzanti 1979

[4]  Pagliaro, S.18

[5]  Jochberger Wolfgang,Entstehung und Funktion des faschistischen Bozens-Städtebauliche Geschichte der Stadt Bozen zwischen den beiden Weltkriegen , 1987 (Diplomarbeit),    S.2

[6]   ebenda

[7]  Concino de Concini , Verifica di rapporti estetica-politica a proposito di un episodio architettonico in Bolzano, 1970/71, Diplomarbeit, S.36

[8]  Pagliaro , S.34 (siehe Anhang   )

[9]  Leopold Steurer , Südtirol unter dem Faschismus , Skolast 1975

[10]  Pagliaro , S. 14

[11]  L.Steurer und A. Sparber ,Faschismus und Antifaschismus von 1919 bis 1945, ASM,Bozen 1985,S.30-34

[12]  Pagliaro, S.14,15

[13]   Concini, S.32

[14]  Concini, s.51 ( siehe Anhang   )

[15]   Pagliaro, S.16

[16]   Archivio Alto Adige ( von Tolomei ),Vol.XXIII,S.329

[17]   Pagliaro, S.25

[18]   Staffler und Hartungen, Geschichte Südtirols, Jugendkollektiv Lana,           1985;   S.23

[19]  Pagliaro, S.22

[20]  Archivio, Vol.XXIII, S.566

[21] Concini,S.39

[22]  Concini, S.38

[23]  siehe Bilder

[24]  Concini, S.42

[25]  siehe Concini, S.44

[26]  nach Freud, Concini, S.47

[27]  Pagliaro, S.23

[28]  siehe "Il comunista" ( Anhang   )

[29]  Pagliaro, S.24; siehe auch Leserzuschriften ( Anhang )

[30]  F.Fornari, Psicoanalisi della guerra, Milano 1966,   in:Concini S.49

[31]  Concini S.49 , siehe auch Anhang

[32]  Staffler/Hartungen, S.23

[33]  Concini, S.54

[34]  Concini, S.39

[35]  Concini, S.57    Gino Cucchetti:"Simbolo non sopprimibile.Chi     volesse sopprimere il simbolo distruggerebbe il monumento".

[36]  Jochberger S.70

[37]  dazu siehe auch: Staffler/Hartungen, S.76 ( Anhang )

[38]   Film , Concini/Zendron ;   Jochberger, S.48, S.51 ( siehe Anhang )

[39]  siehe Film, Concini/Zendron; siehe Zeitungsausschnitte   aus den Tageszeitungen   ( Anhang ) "Dolomiten" und "Alto Adige": Ausschnitte aus Leserbriefen und Artikeln ( siehe Anhang )